Führerstandsbeleuchtung

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  • Grundsätzliches
    Bei meinen Arbeiten an den Triebzügen 37605 und 37606 empfand ich es als schade, dass die Züge keine Führerstandsbeleuchtung  haben. Im Rahmen meiner Arbeiten an der Beleuchtungsdokumentation kam mir dazu
    aber eine Idee. Leider ist die jeweilige Lösung abhängig vom jeweils verwendeten Decoder     
    • 37605 -> 6090x-kompatibel 
    • 37606 -> mfx-Decoder .

    Aber das Prinzip ist in jedem Falle ähnlich.

    Die Hauptbeschreibung geht von einer richtungsunabhängigen Führerstandsbeleuchtung aus.
    Wie man die Führerstandsbeleuchtung auch richtungsabhängig machen kann, wir weiter unten erläutert.

  • Der Hintergrund
    Für die Führerstandsbeleuchtungen benötigt man im Zug auf jeden Fall eine durchgängige Leitung. Das ist
    prinzipiell machbar - in der der Kupplung ist ja noch eine Steckverbindung unbenutzt. 
    Dieser Pläne zeigt die Verhältnisse genauer. 
    Allerdings ist der Aufwand schon recht groß, weil jede Kupplung zerlegt und mit dem zusätzlichen dünnen Anschlussdraht versehen werden muss.

    Als dann muss noch der Decoder entsprechend abgeändert werden, damit die Funktion auch geschaltet werden
    kann und für die Richtungsabhängigkeit wird noch eine kleine Transistorschaltung LP-03 benötigt.

  • Die Lösung
    • Kupplungsumbau
      Nebenstehend kann man gut erkennen wo der Draht anzulöten ist und wie er in der Kupplung zu "ver-stecken" ist.
      Es muss auf jeden Fall dafür gesorgt werden, dass die Kupplung weiterhin leichtgängig
      bleibt.  Am Besten verwendet man dazu dünne flexible Litze mit 0,5 mm Querschnitt (gibt es z.B. bei Conrad).  D.h. man muss sowohl in den Triebköpfen als auch in den Wagen diese Arbeiten durchführen. Damit sich im Betrieb nichts löst, ist es ratsam, den zusätzlichen Draht mit etwas Sekundenkleber zu fixieren.
      Wichtig!
      Zuvor die Kupplungen markieren, damit hinterher die richtigen Kupplungselemente wieder an den richtigen Wagenseiten angebracht werden. Sonst kann es zu Vertauschungen kommen, bei der dann später die von Märklin vorgesehene Wagenreihung/-richtung nicht mehr stimmig ist!
       
    • Funktionsumbau des Decoders    .... ist - wie gesagt - abhängig vom Decoder.
      • VT 11.5 / 37605  
        Dieser Zug besitzt noch den 6090x-kompatiblen Decoder mit dem 710.22x-Chip. Die Funktionsbelegung des Decoders ist im Prinzip ausgereizt, aber wir erinnern uns gerne daran,
        die Möglichkeit die F4-Funktion zu missbrauchen.
        Dazu hat man zwei Möglichkeiten:
        • Der F4-Ausgang wird mit der bekannten Funktions-Treiberstufe (1/4 LP-02 oder der 
          LP-07-Fx) beschaltet. Danach kann die F4-Funktion analog zu den anderen Fx-Funktionen geschaltet werden. Allerdings geht bei dieser Maßnahme der  Rangiergang verloren. Aber
          es ist eigentlich  kaum notwendig, diesen Zug mit eingelegtem Rangiergang zu fahren.
          Wer aber darauf Wert legt, der realisiert eben die andere Möglichkeit.
        • Dabei wird der F4-Ausgang des Steuer-ICs über einen hochohmigen FET angesteuert.
           (LP-07-FET) Hierdurch bleibt trotz ext. F4-Funktion der interne Rangiergang erhalten.
          Bei dieser Variante ist die Führerstandsbeleuchtung also immer parallel zum aktivierten Rangiergang eingeschaltet.
      • VT 602 / 37606  
        Dieser Zug besitzt bereits den neuen mfx-Decoder. Die Funktionsbelegung des Decoders bietet
        noch freie Möglichkeiten. Eine Analyse erbrachte das Ergebnis, dass eine der 3 ext. Funktionen
        des mfx-Decoders nicht benutzt wird. Diese kann man dann dazu benutzen, die Schaltfunktion auszulösen. Auf jeden Fall ist dazu aber eine Umprogrammierung des Decoders  mittels ESU-Lokprogrammer notwendig.
  • Der Einbau

Zunächst ist dazu die Dachhaube abzunehmen. Dazu wird die kleine Kreuzschlitzschraube , die im Inneren die Motorhaube festhält gelöst. Anschließend wird das komplette Oberteil auf eine weiche Unterlage gelegt. Sodann kann man mit etwas sanftem axialen Zug am Faltenbalgende das Dach leicht nach hinten ziehen. Das sind nur wenige Millimeter. Anschließend kann die Haube problemlos nach oben abgenommen werden.

Somit liegt der Führerstand frei. die Anschlusskabel der vorbereiteten Beleuchtungsplatine werden vorsichtig an den Schlitzen des Kunststofffenstereinsatzes nach unten in den Motorraum geführt.

Die Nachfolgenden Bilder zeigen den Einbau im VT 11.5.

Bilder vom Prototypen:

Lochrasterplatine als Träger für die LED-Führerstandsbeleuchtung. Die Platine selbst wird mit etwas dünnem, Klebeband im oberen Bereich des Führerstandes befestigt.

 
Bilder vom realen Produkt:     siehe auch  ZBP-VT60x-FSB

 

Die Platine enthält 2 kleine superhelle SMD LEDs (Bauform 0805) z.B. Typ Everlight xxxxxx. In der Mitte ist noch ein Schutzwiderstand von 2,2 kΩ (Bauform 1206) zu sehen.. 

Die Platine wird dann mit etwas TESA-Krepp fixiert. Anschließen werden die Kabel noch so verlegt, dass sie später im Führerstand nicht auffallen. Wenn alles sitzt, kann die Dachhaube wieder aufgesetzt werden. Bitte dazu dann auch die Befestigungsschraube im Inneren nicht vergessen.

Elektrischer Anschluss
Damit das Gehäuse problemlos montiert werden kann, werden die Kabel mit einer kleinen, lösbaren Steckvorrichtung  (aus Sockel-/Stiftleisten) verbunden. Die angelöteten Kabelwerden mit dünnem Schrumpfschlauch isoliert.
Der Anschluss erfolgt dann an den entsprechenden Stellen auf der Decoderplatine. Die orangene Leitung wird am orangenen Anschluss für die Stromversorgung zur Frontbeleuchtungseinheit angeschlossen. Die andere Seite des Steckanschlusses wird gemeinsam mit dem Anschluss, der über die Kupplungen vom der Beleuchtung aus dem anderen Triebkopf kommt mit dem Funktionsschalttransistor verbunden.

der el. Anschluss für die Spannungsversorgung (orangenes Kabel) Die Zusatzplatine mit Steckverbindung
Oben links an den beiden Dioden ist der Anschluss für den orangenen Leiter. an der unteren linken Diode wird die Elektronikmasse abgegriffen, die für die Hilfsplatine benötigt wird. Der Anschluss für die F4-Funktion wird am Pin 18 des ICs 701.22x angelötet.

Danach kann dann mit der entsprechenden Fx-Funktion das Licht im Führerstand geschaltet werden.

Sieht doch toll aus, oder ?   

 

Richtungsabhängige Führerstandsbeleuchtung

Dazu müssen die beiden Beleuchtungen mittels einer richtungsabhängigen Funktionsschaltstufe angesteuert werden. Diese Aufgabe kann mit meiner "Helferlein"-Platine LP-03 erledigt werden.

Die Kabel an der Platine werden so verdrahtet, dass sie nach innen weisen. Dadurch kann die Platine sehr kompakt eingebaut werden.

Der Einbauort ist etwas ungewöhnlich, aber da es sonst in dem vorderen Triebkopf - bedingt durch den Decoder - bereits sehr eng zugeht, bleibt nichts anderes übrig, als sie in das Lautsprecher-Resonanzgehäuse einzubauen.

Mit etwas doppelseitigem Schaumklebeband ist das schnell gemacht.

Die benötigten Steuer-Anschlüsse können alle auf dem Decoder abgegriffen werden.
Die Spannungsversorgung (orange) wird -  wie oben ( 2 Bilder höher)  dargestellt - an den zwei Dioden angeschlossen.
Für den Abgriff der Richtungssignale (ge/gr) müssen die Drähte an die beiden kleinen Transistoren (siehe rote Markierung) in nebenstehendem Bild angeschlossen werden.  

Da die LP03 zwei "Open-Kollektor"-Schaltstufen besitzt, werden die beiden Anschlüsse von den jeweiligen Führerstandsbeleuchtungen mit den entsprechenden Schaltausgängen verbunden.

Ich bin direkt an die Kollektoren der LP-03-Transistoren gegangen. Wer lieber eine noch etwas gedämpftere Beleuchtung möchte, kann die Anschlüsse auch an die offiziellen LP-03-Ausgangs-Anschlüsse legen.

Platinenbezug
Wer Interesse am Nachbau hat und auch die Platinen verwenden möchte, kann sich hier näher informieren.

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