37530/-9 | Wendezug + Schlusslicht-Umbau

Hoch

Wer diesen Zug mit der Lok und den  Wagen vorbildgerecht auf seiner Anlage fahren lassen will, hat ein Problem .....

 

Wendezugbetrieb ! .... wie geht das jetzt mit dem Licht?

1. Definitionen
Im Wendezugbetrieb kann die Lok die Wagengarnitur sowohl ziehen als auch schieben.
Im realen Betrieb wird im Schiebebetrieb der Zug/die Lokomotive dann aus dem am Zugende befindlichen Steuerwagen gesteuert. Der Steuerwagen und die Lokomotive sind dabei über eine geeignete Steuervorrichtung miteinander verbunden. Diese dazu benötigten Leitungen werden durch den ganzen Zug geführt.


2. Modellausstattung

Wichtig aus Sicht des Modellbahners sind die korrekt geschalteten Beleuchtungseinrichtungen.
Während die Nachbildung der Beleuchtung am Steuerwagen kein großes Problem darstellt (sie werden vor den Herstellern meist sofort mit entsprechender Beleuchtung ausgestattet), ist die Lichtsteuerung an der Wagenseite der Lokomotive meistens aber problematisch, weil diese von den Modellbahnherstellern nicht vorbildgerecht ausgeführt.
Obwohl Märklin/TRIX es an einigen neuen Lokomotiven der BR 218/E40/140/E41/141 bereits seit 2008 werksseitig richtig macht, gibt es aber noch sehr viele wendezug-/mehrfachtraktionsfähige Lokomotivmodelle, die diese Art der Lichtsteuerung nicht aufweisen. Gleiches trifft hier auf unsere Lokomotiven zu.

Die hier beschriebene Maßnahme setzt den Einbau einiger kleiner Zusatzschaltung/-platine [LP-16/LP-07-Fv] voraus . Dabei wurde Wert daraufgelegt, dass die zu ändernden Dinge möglichst so durchzuführen sind, dass auch ein späterer Rückbau in den Auslieferungszustand ohne Probleme möglich ist. D.h. z.B. es gibt keine Leiterbahn-unterbrechungen.


3. Vorüberlegungen

Für diese Umrüstung bedarf es aber trotzdem einiger Eingriffe in die Elektrik der Lokomotive.
Dabei werden einige funktionale Änderungen nötig, da die Funktionsbelegung der Lokomotive seitens Märklin weitgehend ausgereizt worden ist. Allerdings wurde dabei nicht wirklich viel nachgedacht, sonst wäre in Göppingen sicher auch schnell auf die funktionalen Unzulänglichkeiten gestoßen. Manchmal frage ich mich schon, warum man sich beim Hersteller über die hier anstehenden Themen so wenig Gedanken macht, zumal es sich hier um ein "Insider-Modell" handelt. Dieser hiermit angesprochene Kundenkreis, wird ja seitens Märklin ständig mit "besonderen" Modellen versorgt.

Wir wollen also unserer Lokomotive eine neue Beleuchtungssteuerung geben, um sie - wie beim Vorbild -  auch vorbildlich als Wendezug betreiben zu können. Dabei fällt die Möglichkeit der Abschaltung der Schlusslichter bei anhängenden Wagen als Nebeneffekt gleich mit an.

Da allerdings die Ausgänge des Decoders mit 3 genutzten Funktionen schon (fast) voll belegt sind, kann das Vorhaben nur unter Verlust einer, bereits benutzen Funktion realisiert werden. Eine Untersuchung des Decoders und der  Hauptplatine bringt weitere Klarheit.

Untersuchungen am Decoder in Bezug auf die verwendeten AUX-Schaltausgänge  ergaben:

Ausgang Typ Wirkung Funktion verwendet für Bemerkung
AUX1 verstärkt Moment F2  Geräusch (Ansage)  Kabel (br/rt) Soundmodul
 Decoder schaltet nur einen 
 kurzen Impuls
AUX2 verstärkt Dauer F1  Führerstandsbeleuchtung  leider nur beidseitig 
 gleichzeitig
AUX3 unverstärkt Dauer  

 -/-

 nicht benutzt
AUX4 verstärkt über zusätzliche Verstärkerstufe Moment F3  Geräusch (Horn)  Kabel (br/ge) Soundmodul
 Decoder schaltet nur einen 
 kurzen Impuls
-/- intern   F4  Direktsteurung  

Hinweis:

  • Da die Programmierfähigkeit der neuen Decoder mittels CS2 und sonstiger Märklin-Geräte nur sehr  eingeschränkt ist, macht es keinen Sinn die "Moment-"Schaltausgänge zu benutzen.

Hier sehen wir das Ganze nochmals etwas übersichtlicher in der originalen Funktion-Mapping-Tabelle

Somit kommen nur die AUX2 und AUX3 Ausgänge in Betracht, weil diese werksseitig bereits Dauersignale führen und einen weitere Programmierung des Decoders somit entfällt. Unter Wegfall der Führerstandsbeleuchtung ergibt sich damit folgende, neue Funktionsverteilung:

  • F1  [AUX2 / Dauer]   Führerstandsabschaltung vorne
  • F2  [AUX1 / Moment]   Geräusch  - Ansage
  • F3  [AUX4 / Moment]  Geräusch - Pfeife 
  • F4  [AUX3 / Dauer]   Führerstandsabschaltung hinten
    ------------- Zusatzoptionen ---------
  • F5 [intern / Dauer]   Direktsteuerung(*)
  • F6 [intern / Dauer]   Rangiergang 1/2 Vmax (**)

(*)Da aber die Direktsteuerung - als interne Decoderfunktion - keine ext. Funktionsausgänge benötigt, kann diese über die zweite Motorola-Adresse bzw. im mfx-Modus auf einen anderen Funktionsausgang gemappt werden und bleibt uns somit erhalten.

Wer darauf nicht verzichten will, kann ersatzweise einen ESU-Loksound (mfx) einbauen. Der bietet in der mtc-(21)-Variante die Möglichkeit eines wesentlich umfangreicheren Soundprojektes gegenüber dem von Märklin verwendeten Geräuschmodul. Außerdem hat er 4! frei verwendbare Decoderausgänge (AUX1...4).
Grundsätzlich sind die E-Lok Fahrgeräusche aber meist recht einfach gehalten, da auch im Großbetrieb diese nicht wirklich vielfältig sind. Der Einbau eines Sound-Decoders ist von daher also zu überdenken.


(**)
Bei nur durch Neuprogrammierung möglich. Derzeit leider nicht mit der CS2.


4. Der Decoder
In den Lokomotiven ab 2009 hat Märklin einen neuen, hauseigenen Decoder verbaut, der nicht mehr - wie in der Zeit von 2004-2008 - von ESU kommt.
  • So/ 2009 -

Version
2
 

 
 

Oberseite

 

Unterseite

Der Decoder ist funktionskompatibel zu den bisher verwendeten ESU-Decodern. Er lässt sich aber nicht mehr mit dem ESU-Lokprogrammer auslesen.
Mit den Zentralen C1/C1(reloded) / CS 2 bzw der ESU-ECOS ist ein Auslesen/Programmieren der Funktion-Mappingtabelle möglich.
 
 

Platinenlayout neu nicht mehr baugleich ESU Lokpilot-mfx V3
ESU-Lokprogrammer Decoderkennung "- keine -"

  ET-# ??????   Schnittstellenbelegung 

5. D
er Umbau
  •  Die zusätzliche Platinen
 Für den Umbau werden zwei kleine Platinen benötigt. Das ist einmal die
  • LP-16 WZ/DT  Lichtsteuerungsplatine für Wendezug und Mehrfachtraktionssteuerung
  • LP-07-Fx       Funktionsverstärker zur Aufbereitung deines unverstärkten Decoderausgangs.
Die LP-16 (links) übernimmt die neue Steuerung der Beleuchtung. Dazu besitzt sie Schaltstufen, um die Stirnbeleuchtung über zwei Fx-Funktionen getrennt schalten zu können.
Um den Verkabelungsaufwand gering zu halten,
wird nur die Versorgungsspannung der Beleuchtungseinheiten geschaltet.
Die LP-07-Fv übernimmt die Verstärkung des unverstärkten Decoder-Schaltausgangs AUX3.
Zusätzlich ergibt sich neben der kompletten Abschaltung je eines Führerstandes im normalen Zugbetrieb auch die Möglichkeit, die hinteren Schlusslichter bei anhängenden Wagen abschalten zu können.
Alles also gerade richtig, um unsere Lok auch unter dieser Bedingung vorbildgerecht zu fahren.
  • Der Einbau
    Dieser ist recht simpel. Die Platinen werden mit den nötigen Anschlusskabeln versehen und an einer freien Stelle (z.B. unter der Hauptplatine(LP-16)) platziert. Da sie nur einseitig bestückt ist, ist die Fixierung mit etwas Schaumstoffklebeband sinnvoll. Um die richtige Funktion zu erreichen sind einige Lötbrücken zu setzen.
    Die speziellen Hinweise dazu geht aus der bereitgestellten Doku hervor.
     
  • Besonderheiten
    Bei der Schaltung der Stirnlichter soll folgender Zusammenhang hergestellt werden:
    •  F0 schaltet das Stirnlicht beidseitig richtungsgerecht aktiv, also
       vorne A-Licht und hinten Schlusslicht
    •  F1 schaltet den vordern  Führerstand ab
    •  F4 schaltet den hintern Führerstand ab

    Da wir nach der originalen Belegung sowohl einen verstärkten und einen unverstärkten AUX-Ausgang benutzen, diese aber schaltungsbedingt gegensinnig wirken, wird der vorhandene unverstärkte AUX3-Ausgang noch über eine zusätzliche Verstärkerstufe LP-07-Fx aufgepeppt.
     

  •  Verschaltung der Platinen
     
    Dieses Bild zeigt die Verdrahtung der Anschlüsse der neuen Platinen mit der bereits vorhanden Hauptplatine erkennen.

    Es werden nur wenige Anlötungen notwendig, die sich allesamt auf der oberen Platinenseite befinden.

    Oben auf der Hauptplatine ist die Verstärkerstufe für AUX3 aufgeklebt.
    Die LP-16 ist hier zur besseren Sicht am unteren Rand noch sichtbar.

    Sie wird später dann unter die Hauptplatine gesetzt.

    Im unteren Bild kann man den Endzustand der Arbeiten sehen. Die LP16 ist nun unter Hauptplatine verschwunden.
    Hinweis:
    Die Kontakte mit der Führerstandsbeleuchtung sind mit etwas Isolierband zu überkleben, damit es dort keinen unerwünschten Effekte gibt. Sinnvollerweise wird auch noch über die LP-07 etwas Isolierband geklebt, damit auch dort nichts passiert (hier noch nicht gemacht, sonst würde man ja nichts sehen.
    )
     
  •  Funktion-Mapping
     
    Leider geht es doch nicht ganz ohne Decoder-Programmierung ab, da AUX3 ja werkseitig nicht aktiv ist.
    Hier sehen wir die geänderte Funktion-Mapping-Tabelle des Decoders. Diese kann (derzeit/Jan. 2010) nur mit der CS1 oder CS1(reloded)/ECOS sichtbar gemacht und verändert  werden .
    Um die Funktionen auch benutzen zu können, müssen die Häkchen für AUX3 neu gesetzt werden. Für den Rangiergang wird F5 und für die Direktsteuerung F6 gesetzt.

    Über das Symbol-Mapping muss noch die Zuordnung der mfx-Sysmbole angepasst werden.

       
  •  Anpassen der mfx-Funktions-Symbole
     
    Damit im mfx-Modus auch nun die richtigen Symbole angezeigt werden, muss noch eine Anpassung der Decoder-Programmierung erfolgen.

    Ich habe mit der ECOS für jede Führerstandsseite (AUX2/AUX3) jeweils das Symbol für das Außenlicht vergeben.

    Da das Symbol nun 2-mal vorhanden ist, setzt die ECOS noch gleich unten rechts die Nummern 1 bzw. 2 dazu.

    Diese stehen jetzt bei mir für Führerstand 1 bzw. -2.

6. Fazit:

Durch diese Umbaumaßnahme wird die Funktionalität der  Lokomotive stark verbessert. Ab sofort ist dann also auch bei einem IC-Wendezug mit Steuerwagen der Lichtwechsel  vorbildgerecht.
Aber auch im normalen Betrieb kann über die jeweils dem hinteren Führerstand zugeordnete Abschalt-Funktion das Schlusslicht abgeschaltet werden.


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